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 Hochkarätig besetzte Auftaktveranstaltung der DMV MarketingFrauen „Quote: Überflüssig oder überfällig?“

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 Hochkarätig besetzte Auftaktveranstaltung der DMV MarketingFrauen „Quote: Überflüssig oder überfällig?“

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 Hochkarätig besetzte Auftaktveranstaltung der DMV MarketingFrauen „Quote: Überflüssig oder überfällig?“Am 13. Januar 2021 trafen sich ca. 70 TeilnehmerInnen aus ganz Deutschland zur Auftaktveranstaltung der neuen DMV MarketingFrauen. Rena Bargsten, Beirätin im Marketing Club Hamburg, hatte gemeinsam mit Ute Poprawe, Vorständin im Marketing Club Frankfurt, eine hochkarätige Gruppe von PanelistInnen zusammengebracht, die sich zum Expert-Talk-Panel „Quote: Überflüssig oder überfällig“ austauschten.

Monika Schulz-Strelow, Präsidentin von Fidar e.V. (Frauen in die Aufsichtsräte), die sich seit über 15 Jahren für die Stärkung bzw. Gleichberechtigung von Frauen im Business einsetzt und für ihr Engagement 2013 mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet wurde, startete mit einer aktuellen Bestandsaufnahme. Hatte sie zu Beginn ihres Engagements gedacht, dass Apelle und Absichtserklärungen ausreichten, ist sie mittlerweile davon überzeugt, dass in Deutschland Vorgaben notwendig sind, um das Thema voran zu bringen. Es sei eine langsame, aber stetige Entwicklung; die Widerstände in der immer noch männlich dominierten Wirtschaft gehen zurück – aber es gäbe noch viel zu tun.

Ein Meilenstein mit Symbolwert ist der Gesetzentwurf zur Ergänzung und Änderung der Regelungen für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst (Zweites Führungspositionengesetz – FüPoG II), der am 6. Januar 2021 beschlossen wurde und im Laufe des Jahres verabschiedet werden soll. Es entwickelt das 2015 in Kraft getretene FüPoG weiter, verbessert seine Wirksamkeit und schließt Lücken. Eine zentrale Neuerung ist ein Mindestanteil von Frauen für Vorstände mit mehr als drei Mitgliedern in großen deutschen Unternehmen.

Janina Kugel, Aufsichtsrätin, Senior Advisor und früheres Vorstandsmitglied bei Siemens, führte an, dass Diversity so viel mehr als nur eine Frauenquote ist und immer noch zu viele Unternehmen und insb. Unternehmer „Lip Service“ betrieben. Laut Kugel sind „25 bis 30% einer Minderheit in einer Gruppe nötig, damit sich die Richtung dieser Gruppe ändern kann.“ Entscheidungen würden immer noch zu sehr von Bildern im Kopf beeinflusst – „Diversity is a fact, but inclusion is a choice“.

Simone Menne, Aufsichtsrätin und frühere Finanzvorständin von Lufthansa und Boehringer Ingelheim, zitierte diverse Studien und KPIs, die belegten, dass höhere Frauenanteile bzw. diverse Teams Gruppenergebnisse von Unternehmen steigern. Auch die Arbeitskultur und Kundenorientierung entwickele sich in diversen Teams zum Positiven. Nicht zuletzt schienen in der aktuellen Corona-Krise auch solche Länder, die von Frauen geführt werden, besser durch die Pandemie zu kommen. Menne ist der Ansicht, dass eine Quote Sinn macht, Überzeugung aber viel sinnvoller wäre. Sie formulierte als Aufgabe an das Marketing, dass es sehr wichtig wäre, den Begriff „Quotenfrau“ positiver aufzuladen.

Ute Poprawe erläuterte die Hintergründe der Initiative MarketingFrauen im DMV und den Status in den Marketing Clubs. Ziel ist es, eine Bewusstseinsveränderung in Bezug auf qualifizierte Frauen im Marketing zu erreichen und für mehr Sichtbarkeit, bessere Vernetzung und mehr weibliche Speaker auf den Club-Veranstaltungen zu sorgen. Mit den diesjährigen Events, die in Federführung einzelner Clubs organisiert und national beworben werden, wollen alle beteiligten Clubs diese Ziele erreichen, die vom Präsidium des DMV unterstützt werden.

Prof. Dr. Wolfgang Merkle, Präsident des Marketing Club Hamburg, führte vor dem Hintergrund der aktuellen Marketingthemen „Customer Centricity“ und „Purpose Driven Marketing“ an, dass Diversity selbstverständlich sein muss. Unternehmen müssen sich heute immer stärker den Anforderungen des Marktes und der Zielgruppen stellen und Gruppenintelligenz in Entscheidungen integrieren. Das Mindset eines Unternehmens wird zum zentralen Thema, zum Wettbewerbsvorteil. Doch eine auf Diversity fußende Unternehmenskultur muss nicht nur propagiert, sondern auch gelebt werden. Hier hakt es in der Umsetzung noch bei einigen.

Hiltrud Werner, Vorständin der Volkswagen AG für den Geschäftsbereich Integrität und Recht, berichtete, dass sich ihre Sicht auf die Quote im Laufe der Jahre verändert hat. Heutzutage sei sie eine Befürworterin der Quote, in jüngeren Jahren nicht. Sie führte diverse „Lügen“ an, die im Laufe der Zeit aufkamen, um die Gleichberechtigung von Frauen in Führungspositionen zu torpedieren, wie die Pipeline-Lüge, die Motivations-Lüge oder die Wettbewerbs-Lüge. Aus ihrer aktuellen Position belegte Werner, dass VW die Frauen-Quote für Führungskräfte als bonuswirksam verankert hat und es eine entsprechendes Pendant auch für Diversity gäbe. An das Marketing stellte Werner die Forderung, stärker das Thema „Anonymes Recruiting“ zu pushen.

In der abschließenden Runde, die die Eingangs-Frage und das Thema des Expert-Talks „Quote: Überflüssig oder überfällig?“ noch einmal aufgriff, sprachen sich alle teilnehmenden Speakerinnen für eine Quote aus, während der anwesende männliche Vertreter in der Runde diese für überflüssig hält. Zufall oder allgemeine Realität?

Einig waren sich alle, dass das Ziel sein muss, dass eine Quote eines Tages überflüssig wird, da sich die Kultur durch die Mischung in Unternehmen verändert hat.

Einen herzlichen Dank an die tollen SpeakerInnen für die spannenden Einblicke in ihre Vita und ihre aktuellen Engagements zu dem Thema. Und an Rena und Ute aus den MC Hamburg und Frankfurt für die Organisation und höchst kompetente Moderation dieses Panels.

Wer sich aus dem Marketing Club Berlin für das Thema MarketingFrauen interessiert, Ideen für passende Events hat oder selbst in einer entsprechenden Frauen-Business-Initiative aktiv ist und sich einbringen möchte, möchte sich sehr gerne in der Geschäftsstelle melden. Gemeinsam können wir hier für den MCB sicher noch mehr erreichen!


 Autor:in des Reviews: 

Andrea KaulAndrea Kaul
Strategien – Strukturen – Kontakte: Basierend auf über 20 Jahren Erfahrung in internationalen Medienunternehmen und einem großen persönlichen Netzwerk berate und unterstütze ich Unternehmen und Events bei strategischen und operativen Marketing-Aufgaben. Als passionierte Networkerin leite ich die Geschäftsstelle des Marketing Club Berlin und arbeite mit Privatpersonen und Unternehmen an der Erstellung bzw. Optimierung der eigenen Netzwerke und dem Aufbau von Business-Kontakten. Mein Ziel ist es, gemeinsam mit und für meine Kunden innovative Lösungen zu erarbeiten und Potenziale optimal auszuschöpfen.

 

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