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Auf ein Wort: Hans Joachim Gilly

Hans Joachim Gilly

Der Blog soll auch der Platz sein, an dem wir in loser Folge Mitglieder vorstellen: die alten Hasen, die jungen Nachwuchskräfte, die ganz Neuen  und natürlich auch die langjährigen Mitglieder.

Heute: Hans Joachim Gilly, Ehren- und dienstältestes Mitglied seit 1963.

 

In welcher Branche waren Sie tätig?
Im Feinkostgeschäft August Nöthling in Steglitz habe ich 1950 meine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann begonnen. Das Geschäft gibt es leider nicht mehr. Aber wir versorgten damals u.a. alle wichtigen Empfänge in der Stadt mit Catering; Konrad Adenauer ebenso wie die Queen. Ich bin bereits früh in der Wein- und Spirituosen-Abteilung bei Nöthling gelandet, die im damaligen West-Berlin einen exzellenten Ruf genoss.Und der Getränkeindustrie bin ich dann auch treu geblieben. Nach einigen Jahren im Vertrieb von Coca Cola bin ich zu H.C. König gewechselt, die neben Steinhäger und Wodka Puschkin vor allem Eigenmarken für den Handel produzierten. 1990 wollte die nächste Generation das Familienunternehmen nicht mehr weiterführen und das Unternehmen hörte auf zu existieren. Da war ich 56 Jahre alt, hatte 30 Jahre für H.C. König gearbeitet und machte mir Sorgen, wie es weitergehen würde. Doch stattdessen bekam ich viele Anfragen von Firmen, die mein Know-how im Berliner Markt nutzen wollten und jemanden brauchten, der auch den Vertrieb in den damals neuen Bundesländern aufbauen konnte. So war ich schließlich noch sieben Jahre bei Asbach Uralt, bis ich 1997 in Rente ging.

Wie sind Sie zum Marketing Club Berlin gekommen?
Mein damaliger Chef war Mitglied im „Verkaufsleiter-Club Berlin“ und hat mich 1963 für die Junioren im Club angeworben. (Anmerkung der Redaktion: Hans Joachim Gilly ist das dienstälteste Mitglied im MCB!)

Was war Ihr erstes großes Projekt, das Sie am Anfang Ihrer Karriere bearbeitet haben?
1958 führte Coca-Cola die sogenannte „Familienflasche“ mit 0,7 Liter ein. Das war eine absolute Sensation! Denn eine Cola-Flasche hatte immer die typische Form und fasste 0,2 Liter. Unsere Aufgabe im Vertrieb war es dann, diesen Umbruch den Kunden, in unserem Fall dem Handel, beizubringen. Der Einführungsmonat April war in diesem Jahr sehr heiß. Die neue Flasche war von Beginn an ein voller Erfolg! Ich habe dabei viel gelernt, wie man ein Produkt neu einführt.

Was war die beste Sache/ Entscheidung oder auch das beste Projekt, das Sie in Ihrer Karriere gemacht/getroffen haben?
Wieder eine Produktneueinführung: 1980 haben wir in Berlin den Mozart-Likör eingeführt, einen Schokolikör in goldener Flasche aus Salzburg. Wir entwickelten eine entsprechende Strategie für Zielgruppen, Kommunikationskanäle und Botschaften. Wir haben vor allem Messen genutzt, sowohl Verbraucher- als auch Fachmessen. Die Grüne Woche etwa war ein riesiger Erfolg für uns. Die GfK hat uns schließlich eine bessere gewichtige Distribution für Berlin bescheinigt als das Mutterhaus in Salzburg erreichen konnte!

Worin sehen Sie die größten Unterschiede zwischen Marketing früher und heute?
Als Vertriebsmann kann ich nur bedauern, dass die Konzentration des Handels immer weiter fortschreitet. Heute haben Sie nur noch wenige Ansprechpartner bzw. wenige Entscheider. Früher wurde viel im persönlichen Gespräch entschieden, heute macht das der Computer.

Wenn Sie sich das heutige Marketing betrachten: Wären Sie gerne noch einmal berufstätig? Wenn ja, was würde Sie besonders reizen?
Oh nein, das wäre nichts mehr für mich! Dafür ärgere ich mich zu sehr über die vielen Beispiele, in denen Menschen unternehmerische Entscheidungen treffen, die ich für grundfalsch halte.

Welchen Tipp geben Sie jungen Menschen mit auf ihren Weg in der Marketingbranche?
Geht raus und schaut Euch in Eurem Markt um. Der Kunde mit seinen Bedürfnissen steht im Vordergrund, nicht die Wünsche des Unternehmens.

Nutzen Sie soziale Netzwerke? Wenn ja, welche?
Ein eindeutiges Nein. Für viele Menschen ist das sicherlich wichtig und interessant. Ich mache mir eher Sorgen, dass immer weniger direkt miteinander kommuniziert wird.

 

Rückblick auf die Anfangsjahre

1. Welche Veranstaltungsformate prägten die ersten Jahre des MC Berlin?
Natürlich waren die Vorträge sehr wichtig. Daneben trafen wir uns in der geteilten Stadt aber auch zu gesellschaftlichen Gelegenheiten, wie zum Beispiel zum Sommerfest, aber auch einen Nikolausball wurde veranstaltet und wir unternahmen Tagesreisen zu umliegenden Zielen in der DDR. Auch einen aktiven Damenkreis gab es im MCB, denn die Mitglieder waren ja in der Regel männlich!

2. Was waren die wichtigen Themen bei den Vortragsveranstaltungen?
Die Vorträge befassten sich vor allem mit Fragen zur Einführung, Pflege und Marktpositionierung von Markenartikeln. Gehalten wurden die Vorträge meistens von Mitgliedern. Dadurch lernte man nicht zuletzt andere Mitglieder und deren Firma kennen.

3. Sie sind ja 1963 als Juniormitglied eingetreten. Wie aktiv war der Juniorenkreis damals?
Der Juniorenkreis hatte damals kaum Mitglieder. Auf Initiative von Firmenmitgliedern wie Eternit, Bosch oder Blaupunkt wurde eine richtige Werbeaktion für die Junioren gestartet – mit Erfolg. Später unterstützten gestandene Mitglieder die jungen Leute, unter anderem als Mentoren. Das hat auch sehr zum Erhalt und Ausbau des Kreises beigetragen. Alt und jung lernte sich kennen und tauschte sich aus.

 


christiane herzerChristiane Herzer arbeitet als freie PR-Beraterin in Berlin. Ihr wichtigster Auftraggeber ist der Marketing Club Berlin, für den sie die Geschäftsstelle leitet.

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