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Marketing in Corona-Zeiten
In der Krise beweist sich der Charakter” hat Helmut Schmidt einmal gesagt. Tatsächlich zeigen viele Berliner und Berliner Unternehmen in der aktuellen Situation Solidarität und beweisen Ideenreichtum, Kreativität und eine pragmatische Vorgehensweise, um in Not geratenen Menschen und Firmen zu helfen. Oder adaptieren schnell und effektiv ihr Geschäftsmodell als Reaktion auf die neuen Rahmenbedingungen. Einige Beispiele aus dem Kreise unserer Mitglieder und Freunde wollen wir Ihnen hier vorstellen - melden Sie sich bei uns, wenn Sie weitere positive Stories für uns haben. Wir freuen uns auf Ihre Berichte!

1,5 Millionen Euro gegen die Insolvenz von Stammkneipen, Lieblingsclubs und Restaurants: Plattform www.helfen.berlin

20 06 corona helfen berlin 1Karsten Kossatz, Geschäftsführer der Berliner Agentur PLAIN und Mitglied im Marketing Club Berlin rief am Freitag, dem 20. März 2020 die Plattform www.helfen.berlin ins Leben, um Berliner Lieblingsorten zu helfen. Hier berichtet er über das erfolgreiche Gemeinschaftsprojekt, bei dem auch weitere MCB-Mitglieder tatkräftig beteiligt sind – und wie sich Helfen.Berlin gerade weiter entwickelt.

Können Sie Ihr Unternehmen und ihre Initiative kurz vorstellen?

PLAIN ist die Berliner Agentur für Markenkommunikation für Marken im Lifestyle- und Kulturbereich sowie in der Immobilien-Wirtschaft. Wir sind top-motiviert, brennen für unseren Job. Kommunikation ist unsere Leidenschaft. Berlin liegt mir einfach am Herzen, bereits seit 2015 suche ich mit der Kampagne DAS B – LIKE BERLIN nach der Identität Berlins und habe als Mitinitiator von THE HAUS auch der Hauptstadt einen temporären Ausstellungsort gegeben.

Die Corona-Krise stellt seit Mitte März viele GastgeberInnen (GastronomInnen, ClubbetreiberInnen, IntendantInnen und GeschäftsinhaberInnen) vor eine existenzbedrohende Herausforderung, viele hatten erhebliche Umsatzausfälle oder sind davon immer noch betroffen. Die Corona-Maßnahmen von Bund und Land reichen bei weitem nicht aus - die Unterstützung aus der Bevölkerung wird bei vielen entscheiden, ob sie ihr Business komplett aufgeben oder Insolvenz anmelden müssen. Um dies zu verhindern, haben wir mit über 30 Ehrenamtlichen die Spontanhilfe-Plattform www.helfen.berlin für Restaurants, Bars, Cafés, Clubs, Läden, Hotels und Attraktionen (u.a. Museen, Theater, Kinos) in Windeseile entwickelt und am 20. März 2020 live geschaltet. Wir wollen, dass unsere Stadt nach der Krise nicht so aussieht, dass jedes zweite Restaurant geschlossen bleibt, weil es pleite ist.

Mehr dazu auch hier im Video: https://helfen-shop.berlin/#about

Wie ist die Idee dazu entstanden?

20 06 corona helfen berlin 2Mir ist klar geworden, dass zu meiner Identität auch meine Lieblingsklubs, Lieblingsbars und Lieblingsrestaurants gehören. Solche Orte machen unsere Stadt doch erst lebenswert. Ich habe von so viele Seiten mitbekommen: Scheiße, wir haben Angst, dass wir pleite gehen. Dann habe ich Freunde, Bekannte und Kollegen angerufen. Darunter sind Programmierer, Juristen, Texter. Dann haben wir einfach losgelegt. Ehrenamtlich versteht sich. Wir machen hier keinen Profit. Es geht nicht darum, dass mit der Krise Geld verdient wird. Die Beträge fließen direkt an die Läden. Es kommen nur vielleicht ein paar Bankgebühren wie etwa von Paypal dazu, weil es sich nicht um private Zuwendungen handelt.

 

 

Wie würden Sie die Idee und ihre Vorteile in kurzen Worten beschreiben?

Auf www.helfen.berlin können Stammgäste seit dem 20. März – also seit Beginn der Kontaktbeschränkungen und der angeordneten Schließungen von Gastronomie und Kultureinrichtungen – Gutscheine über verschieden hohe Beträge kaufen, die ihren Lieblingsorten kurzfristig Liquidität verschaffen und später eingelöst werden können. Wer normalerweise sowieso einmal wöchentlich in einem bestimmten Restaurant 50 Euro ausgibt, der konnte und kann weiterhin dieses Budget dem Restaurant schon vorzeitig zur Verfügung stellen, damit es die Krise überlebt.

In dem Beitrag im SAT.1 Frühstücksfernsehen erklären verschiedene Partner auf unserer Plattform, wie wir ihnen helfen konnten:

https://www.sat1.de/tv/fruehstuecksfernsehen/video/202059-gutscheine-gegen-die-corona-pleite-clip

Welche Partner haben sich an dem Gemeinschaftsprojekt beteiligt?

Innerhalb kürzester Zeit ist das Team hinter Helfen.Berlin auf mehr als 30 Ehrenamtliche angewachsen. Networking-Profie Alexander „Sascha“ Wolf unterstützte von Anfang an die Plattform bei der nötigen Reichweite. Die Umsetzung des Gutschein-Shops hat das Berliner Gutschein-Start Up Atento übernehmen. Janek Tichy und Cem Karahan programmieren die Plattform. Auch Rechtsanwälte, Illustratoren, Fotografen und Filmemacher gehören zu unserem Team, sowie zahlreiche Medien als Werbe- und Contentpartner der Plattform.

Aus dem Kreise des Marketing Clubs Berlin ist die Agentur ILIKEVISUALS dabei und entwickelte parallel zu unserer Plattform eine Quarantäne-Social-Media-Kampagne, mit der Prominente und Influencer Helfen.Berlin mit ihrer Reichweite Aufmerksamkeit generieren können. Die ILG Außenwerbung ist einer unserer Werbepartner und auch das Druckhaus Berlin-Mitte unterstützt uns tatkräftig. Und natürlich auch Berlin Partner.

Wie haben Sie das Angebot in den Markt kommuniziert?

Über ein breites Netz von Ehrenamtlichen, Werbe- und Medienpartnern. Jeder glaubt an die Idee und bringt sein eigenes Netzwerk ein, so entstehen viele Multiplikatoreneffekte. Auf der Website konnten Flyer ausgedruckt und in den teilnehmenden Geschäften ausgehängt werden. In diversen Channels waren wir mit Social Media Kampagnen aktiv. Und natürlich halfen auch die zahreichen Beiträge in diversen Medien dabei, die Aktion bekannt zu machen.

Ist Ihre Initiative rein online angelegt oder gehen Sie auch real – mit gehörigem Abstand – zu den Menschen?

Zu Beginn war Helfen.Berlin eine reine Online-Aktion, über die Gutscheine gekauft werden konnten. Nach den Lockerungen der letzten Wochen können in vielen Bereichen jetzt die gekauften Gutscheine eingelöst werden – real und je nach Unternehmung mit einem adäquarten Hygienekonzept und Abstandsregelung.

Wie beurteilen Sie die Resonanz? Wie viele Partner bzw. Kunden sind bereits dabei?

Bislang haben wir über unsere Plattform Gutscheine im Wert von über 1,5 Millionen Euro gegen die Insolvenz von über 2.600 Berliner Lieblingsorten verkauft. Wir haben mit nur einer handvoll von Restaurants und Cafes begonnen – mittlerweile sind über 2.600 Geschäfte und Einrichtungen bei uns gelistet. Mit so einem so großen Potenzial – auch was die verkauften Gutscheine angeht – hatten wir nicht in unseren kühnsten Träumen gerechnet.

20 06 corona helfen berlin 3Was wird nach Corona mit dieser Initiative / Idee geschehen? Welche Learnings werden Sie in die Zeit nach der Krise mitnehmen?

Wir haben ganz konkret ein Nachfolgeprojekt, welches wir nun parallel anschieben: Die DAS B-CARD – der Gutschein für Berlin. Das ist ein Stadtgutschein, der bei allen Lieblingsorten, die mitmachen, gekauft und eingelöst werden kann. So muss man keine Amazon-Gutscheine mehr verschenken, sondern kann mit einem Berlin-Gutschein das Geld in der Stadt halten.

Helfen.Berlin wird so lange bestehen, wie wir merken, dass uns Lieblingsorte brauchen. 

Für Rückfragen steht Karsten Kossatz unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder telefonisch unter +49 (0)30 409 039 30 sehr gerne zur Verfügung.

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