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JuMPs

Nationaler JuMP Day 2017 - Political Campaigning

 

17 06 12 gruppenfoto

 v.l.n.r.:  Julius van de Laar, Elisabeth Panic, Marcel Bewersdorf, Anja Gandara Gil, Dr. Daniel Wixforth, Philipp Kardinahl und Tom Schlansky

Die JuMPs des Marketing Club Berlin gaben dem diesjährigen Nationalen JuMP Day 2017 buchstäbliche eine perfekte Bühne: Es ging um Political Campaigning - mitten in der Hauptstadt. Politikexperte Julius van de Laar hielt zum Auftakt eine spannende Keynote – und dank der Unterstützung des DMV waren Marketeers in ganz Deutschland live im Stream dabei. Mehrere hundert Teilnehmer verfolgten die Präsentation auf JuMP-Veranstaltungen in ganz Deutschland. Partner und Veranstaltungsort des Abends war das Telefónica Basecamp, das den Berliner JuMPs seine modernen Räumlichkeiten zur Verfügung stellte. Die anwesenden Kommunikations- und Marketingexperten diskutierten also nur wenige hundert Meter vom politischen Machtzentrum der Bundesrepublik entfernt. Die beiden Berliner JuMP-Sprecherinnen Anja Gandara Gil und Elisabeth Panic führten die Gäste durch einen vielseitigen Abend, der den Bereich des Political Campaigning von allen Seiten beleuchtete. Unterstützt wurden sie dabei vom nationalen JuMP Sprecher Marcel Bewersdorf.

Experten im Diskurs
17 06 12 diskussionsrundeKern des Berliner Jump-Day war die fundierte Panel-Diskussion, an der neben Julius van de Laar auch Tom Schlansky, Leiter des Abgeordnetenbüros des Senators für Inneres und Sport in Berlin sowie Dr. Daniel Wixforth, Director bei der politisch-strategischen Beratungsfirma 365 Sherpas, teilnahmen. Moderator der prominent besetzten Runde war der Kommunikations- und PR-Experte Philipp Kardinahl. Mehr über die Vita der Diskutanten erfahren Sie hier.

Wahlkampf muss man sich leisten können
Die Expertenrunde sprach vor allem darüber, wie politische Kommunikation in Deutschland und den USA funktioniert. Dabei wurde sehr schnell deutlich, dass sich vor allem die finanziellen Mittel für Kampagnen drastisch unterscheiden. Während in den USA jeder Senator im Grunde Millionär sein muss, um einen erfolgreichen Wahlkampf zu führen, so haben Bundestagsabgeordnete oftmals nur einige zehntausend Euro für den Kampf um ihren Wahlkreis zur Verfügung. In Deutschland arbeiten Wahlkämpfer oftmals mit einem festen Budget, das am Anfang des Wahlkampfs feststeht und dann entsprechend verplant wird. In den USA ist dies umgekehrt, denn hier wird zuerst genau kalkuliert, welche Mittel für einen erfolgreichen Wahlkampf nötig sind und was diese kosten. Erst nach diesem Planungsschritt wird das nötige Geld für den Wahlkampf gesammelt.
 

Die Rolle der jungen Leute: Gebraucht aber nicht relevant
In einem weiteren Punkt diskutierten die Polit-Profis, welche Rolle die junge Generation in der politischen Kommunikation spielt und wie diese jungen Wähler heutzutage angesprochen werden sollten. Die Experten führten hier unterschiedliche Punkte an:Daniel Wixforth brach die Situation auf harte Fakten herunter und sagte, ökonomisch geplante Kampagnen müssten eigentlich nur auf ältere Wähler setzen, denn diese würde aufgrund ihrer Anzahl den Unterschied ausmachen. Die junge Generation sei allerdings enorm wichtig um Aufbruchsstimmung und eine politische Bewegung darzustellen.

Tom Schlansky führte die sinkende Parteieinbindung an. Es sei keine Normalität mehr, dass eine Parteizugehörigkeit über die Generationen „vererbt“ würde. Damit verbunden würden auch die Parteien vor Ort wichtige ehrenamtliche Helfer verlieren.

Julius van de Laar ging darauf ein, dass jungen Menschen oftmals nicht in ausreichender Zahl zur Wahl gehen würden, weshalb die Kernbotschaft einer Kampagne für deren Mobilisierung so enorm wichtig sei. Auch im Rahmen der Kampagne von Barack Obama hieß es, dass Wählergruppen wie Schwarze, Latinos und junge Wähler kaum an die Urnen gehen würden. Doch Obamas Botschaft war stark und diese Wähler machten ihr Kreuz. Der Politikberater betonte nochmals, dass die richtige Message auch junge Menschen für politische Themen mobilisieren kann.

Ein Mann, eine Message
17 06 12 van de laarVan de Laar hatte bereits vor der Podiumsdiskussion einen beeindruckenden Auftritt. In seiner Keynote zum Auftakt des Abends sprach er über die Herausforderungen politischer Kommunikation und erläuterte dies an zahlreichen Beispielen aus dem vergangenen US-Wahlkampf.

„Wir müssen über Präsident Trump sprechen“
Van de Laar machte direkt zum Start seiner Keynote deutlich, dass niemand heutzutage über politische Kommunikation sprechen kann, ohne auch den aktuellen Präsidenten der USA zu betrachten. Laut van de Laar schafft es kaum ein anderer Politiker, sich so gezielt in Szene zu setzen. Donald Trump braucht beispielsweise die Medien nicht als Multiplikator seiner Message, denn er erreicht selbst über Social Media eine riesige Zahl an Menschen. Im Juni 2017 lag die Anzahl seiner Follower auf Twitter bei 32,5 Millionen.

Wissen ist Macht – aber keine Allmacht
Eines der beherrschenden Themen ist und bleibt „Data“, das kontinuierliche Sammeln und Auswerten von Daten. In den USA ist dies aufgrund des dortigen Systems deutlich ausgeprägter als in Deutschland. Im Grunde sind beide Systeme in diesem Punkt komplette Gegensätze. So funktioniert der Wahlkampf in den USA wie die Werbekampagne eines Wirtschaftsunternehmens, die von ausführlichen Marktforschungsdaten unterstützt wird. In der Kampagne für Barack Obama konnten die Wahlkämpfer verschiedenste Datensätze kaufen und ausführliche Wählerprofile anlegen. Dabei gab es interessante Ergebnisse: Wer beispielsweise einen Toyota Prius fährt (ein Hybridfahrzeug), hat mit 80 prozentiger Wahrscheinlichkeit für Obama gestimmt. Doch auch Hillary Clinton hatte einen unglaublich guten Plan, ein enormes Budget und alle Wählerdaten die kaufbar waren. Dennoch verlor sie gegen Donald Trump.

Die Message macht’s
17 06 12 van de laar2Van de Laar machte kein Geheimnis aus seiner Überzeugung, dass die Botschaft einer politischen Kampagne das elementare Fundament darstellt, auf dem alle anderen Aktivitäten aufbauen. Auch die Authentizität des Kandidaten oder der Kandidatin ist entscheidend. An dieser Stelle führte er das naheliegende Beispiel von Hillary Clinton an, die mit ihrem Slogan („Stronger together“ – ein Claim, den heute kaum noch jemand weiß) die Menschen nicht bewegen konnte und auch oftmals gekünstelt und unnahbar auftrat. Van de Laar fasst es entsprechend zusammen: „Politische Kommunikation ist mehr als Wähler auszuspionieren. Es geht darum zu überzeugen“.

Gute Pläne sind auch keine Lösung
Die Liebe der Deutschen zu perfekt ausgearbeiteten Plänen kritisierte van der Laar in seinen Worten zurückhaltend, in seinen Beispielen dennoch ausgiebig. Seine Empfehlung  fasste er in zwei zentralen Punkten zusammen:
1. Schnell sein – die Gunst des Moments nutzen um dominierende Themen aufzugreifen und durch schnelle Reaktionen auch auf Themen reagieren zu können.
2. Wer es nicht schafft ein klares Argument zu formulieren, der verliert. Ohne eine klare Message funktioniert kein Wahlkampf, denn das politische Argument wird nie aussterben.


Der politische Diskurs endet nie
Starke Beispiele und Argumente wurden am JuMP Day zum Thema „Political Campaigning“ ausgetauscht und hier zusammengefasst aufgeführt. Weitere Beispiele und einen genaueren Vergleich des deutschen- gegenüber dem US-Modell finden sich in einem Interview, das Julius van de Laar dem Magazin Wired im Mai gab.
Und wer sich nochmals die ganze Keynote von Julias van der Laar im Video anschauen möchte, der kann dies hier tun.

 


17 07 krebs bernhard
Als studierter Sozialwissenschaftler ist Bernhard Krebs ein „Quereinsteiger“ in der Marketingbranche. Seine berufliche Laufbahn begann in der Nachhaltigkeitskommunikation (CSR) am Berliner Standort der Agentur Serviceplan. Den Einstieg in die Branche fand er beim TV-Verkaufssender Juwelo, wo er knapp drei Jahre als Projektmanager und Redakteur in der Marketingabteilung tätig war. Seit April 2017 ist er Content Manager bei der SPARWELT GmbH, ein Unternehmen der Mediengruppe RTL. Im Marketing Club Berlin engagiert er sich im JuMP-Sprecherteam.
 
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