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Digitalisierung, Tipps & Tricks, Social-Media

Facebook Instant Articles, AMP & Co

mc logo berlin rgb 250Was will Facebook erreichen, wenn es sich seit Frühjahr 2015 mit seinen Instant Articles  als exklusive Plattform für Veröffentlichungen anbietet? Offizielle Begründung ist, das Leseerlebnis für den Nutzer zu verbessern, indem Inhalte sich schneller laden lassen.
Google legte im Herbst mit AMP (Accelerated Mobile Pages) nach. Beide Anwendungen reagieren vor allem auf die zunehmend mobile Nutzung des Internets. Das Vorgehen der Internet-Riesen ist dabei jedoch durchaus unterschiedlich.

 Während Facebook zuerst Verlagen und seit April 2016 auch Bloggern die Möglichkeit einräumt, exklusiv im sozialen Netzwerk selbst Inhalte zu veröffentlichen, setzt Google auf Open Source. Bei Facebook findet der eingeloggte Nutzer Inhalte vor, die nur auf Facebook veröffentlicht werden. Externe Webseiten muss er nicht mehr besuchen. Der blaue Riese hält ihn so von Ausflügen in die Weiten des Internets ab und bindet ihn stärker an das eigene Angebot.

Warum machen Verlage bei dem Angebot mit?

Ganz klar wollen sie bei Facebook von der Aufmerksamkeit des meist genutzten sozialen Netzwerks in Deutschland profitieren und darüber Werbeeinnahmen erzielen. Eine Provision von 30 % an Facebook fällt nur an, wenn sie sich nicht selbst um die Werbung kümmern.

Google zielt zwar mit AMP auch auf Medienhäuser mit eigenständigen Mobilauftritten und vor allem auf deren Nachrichtenangebot. Aufgrund des offenen technischen Standards  kann allerdings jeder diese Technik einsetzen. Für Nutzer von Wordpress gibt es beispielsweise eine Erweiterung (https://amphtml.wordpress.com/ ), mit der automatisch AMP-Seiten erzeugt werden können. Google setzt darauf, den Code von Seiten zu reduzieren, nicht den Nutzer in einem bestimmten Areal zu halten. Google belohnt die Nutzung der neuen Technik damit, dass die für Mobilgeräte optimierten Webauftritte in seinen Suchergebnissen besser auffindbar sind. Der Suchmaschinenriese selbst siedelt das  neues Website-Format AMP im Rahmen seiner Medienförderungsinitiative Digital News Initiative (DNI)  https://www.digitalnewsinitiative.com/ an.

Was sind Vor- und Nachteile?

Während bei Googles AMP der wichtigste Vorteil das Versprechen für ein besseres Ranking in der Suchmaschine ist, sind Nachteile erst einmal nicht erkennbar, außer dass auch das ein Versuch ist, Nutzer stärker an sich zu binden. Bei Facebook Instant Articels sieht das schon anders aus.

Vorteile:
- freie Gestaltung der Inhalte, jedoch im blauen Rahmen,
- Newsletter-Anmeldung am Ende des Beitrags anbieten und so Nutzer selbst binden,
- Verbesserung der Reichweite von eigenen Inhalten.

Nachteile:
- Nutzer haben weniger Grund, die Anbieter-Websites zu besuchen.
- Für sie wird die Verbindung von Inhalt und Absender weniger deutlich, was ein deutlicher Nachteil beim Branding ist.

Für beide Angebote gilt:
- Die Abhängigkeit von den jeweiligen Nutzungsbedingungen und möglichen Änderungen ist stark.
- Die Reichweite der Inhalte ist unsicher und das Ganze hebelt das freie, auf Links basierende Internet aus.

LinkedInPulse
Neben Instant Articles und AMP gibt es auch auf anderen Plattformen die Ambition, Nutzern Raum für eigenen Content exklusiv einzuräumen. Neben XING bietet das englischsprachige Business-to-Business Netzwerk Linkedin seit September 2015 für deutsche Nutzer die Möglichkeit, eigene Blogbeiträge zu veröffentlichen. Das Fachmagazin t3n lobt das Angebot sogar als bedeutende Plattform für den Wirtschaftsjournalismus. (http://t3n.de/news/content-laesst-linkedin-571798/)


Marketingclub-Mitglied Thorsten Doil von schönwiese Kommunikation nutzt LinkedinPulse seit November 2015 und teilt hier seine Erfahrungen:

Thorsten Doil„Ich habe Artikel von meinem Blog unter doil.eu bei LinkedIn eingestellt. Hier finde ich das im Vergleich zu Facebook und XING am besten und einfachsten gelöst. Den Artikel kann ich in meinem Blog komplett markieren und dann per Copy and Paste bei LinkedIn eingefügt, inklusive Bilder, Links, Überschriften - fast alle Formatierungen werden übernommen.

Die Ergebnisse sind recht unterschiedlich. Der erfolgreichste Artikel war: https://www.linkedin.com/pulse/2016-wird-das-jahr-der-vr-brillen-thorsten-doil?

Meine Quelle aus meinem Blog unter: http://www.doil.eu/digitales/57-2016-wird-das-jahr-der-vr-brillen.html

Hier erzielte ich 1590 Ansichten mit 7 Likes und 3 Weiterleitungen. Wie auch bei XING kommt eine Diskussion seltener als bei Facebook in Gang. Aber die Views beweisen, dass der Artikel trotzdem gelesen wurde und damit relevant war. Andere Artikel erreichten nicht diese Relevanz. Hier wären natürlich weitere Auswertungsmöglichkeiten aus meiner Sicht bei LinkedIn wünschenswert. Die Zugriffszahlen stiegen auf meinem Blog bei diesem Artikel deutlich an.

Interessanterweise meldeten sich nach den Artikeln auch Headhunter bei mir, die mich für Firmen in Berlin anwerben wollten. Also ist LinkedIn mit interessanten eigenen Artikeln auch für die Eigen-Reputation geeignet und damit sich selbst als Marke aufzubauen.“


Medium
Ein anderes Beispiel ist medium.com. Hier kann man mit einem Account eigene Inhalte einstellen, anderen Nutzern folgen, die sich mit ähnlichen Themen beschäftigen und selbst Follower einsammeln. Medium ist jedoch vor allem ein englischsprachiges Netzwerk und hat dementsprechend viele englischsprachige Nutzer. Mit deutschen Inhalten kann man also entsprechend weniger punkten. Ich habe das getestet und dort eine Blogreihe vom letzten Jahr in Form von Teasern noch einmal veröffentlicht: https://medium.com/@startbox_berlin/von-der-idee-zum-gesch%C3%A4ftsmodell-61516bc2b525#.t3ybnucoq
Einen direkten Zusammenhang zu mehr Zugriffen konnte ich für meine Website nicht ermitteln. Es ist trotzdem schön, die Inhalte auf medium noch einmal zu sehen.:)

Fazit
AMP ist aus meiner Sicht für alle, die mit Content potentielle Kunden erreichen wollen ein Muss, Facebook Instant Articles eher ein Kann. Alle beschriebenen Angebote tragen dazu bei, dass eigene Inhalte gezielter gestreut und für interessierte Nutzern besser auffindbar gemacht werden. Wichtig ist zu entscheiden, welcher Weg zum eigenen Geschäftsmodell am besten passt. Hier hilft Recherche, aber vor allem testen, testen, testen.

 


bungard nadja 150Nadja Bungard sorgt mit mondpropaganda (www.mondpropaganda.de) für kreative Kommunikationskonzepte, die die Online- und Offline-Welt miteinander verbinden.

Jeden 3. Dienstag im Monat organisiert sie die Veranstaltung medien-sprechstunde (www.medien-sprechstunde.de) zu digitalen Themen.

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