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Marketing, Teilen, Qualität

Es grünt so grün…. Was ist eigentlich Green Marketing?

wirDesign

Wussten Sie vor 20, 25 Jahren, woher Ihr T-Shirt kommt? Wer es fertigt? Und vor allen Dingen: Hat es Sie überhaupt interessiert? Die Zeiten haben sich geändert: Heute müssen nicht nur Bekleidungskonzerne und Textilhersteller Rechenschaft ablegen über die Zustände in den Fabriken ihrer Textillieferanten, über die Bezahlung der Näherinnen, über Sicherheitsmaßnahmen. Heute ist es den Konsumenten nicht mehr egal, ob der Akku einer elektrischen Zahnbürste eingeschweißt und somit nicht mehr austauschbar ist. Und wir verabschieden uns zunehmend vom Konsumrausch der letzten 60 Jahre: Wir teilen, wir leihen, wir verwerten, wir bewahren.


Die Welt ist grüner geworden, wobei „grün“ nicht mehr nur klimaneutral bedeutet. „Grün“ heißt heute: fair, sozial, transparent, authentisch, öko, bio, regional, saisonal, entschleunigt, wiederverwertbar, nachhaltig und vieles mehr. Es wird den Menschen – und somit unseren Kunden, den Konsumenten – allmählich bewusst, dass Ressourcen, Böden,  Anbauflächen begrenzt sind, Energie immer teurer wird, wir durch ein wachsendes Müllproblem unsere Umwelt immer stärker belasten und zerstören, kurzum, dass es so wie bisher nicht mehr weitergehen kann.

Die Grundfrage bei “Green Marketing” lautet: Wie können wir die bewährten Marketing-Instrumente dazu einsetzen und nutzen, um gute "grüne” Ideen, Konzepte, Projekte und Produkte erfolgreich im Markt zu platzieren. Viele Start-Ups haben nachhaltige Werte von Anfang an quasi in der DNA ihres Unternehmens verinnerlicht. Große Konzerne hingegen haben die finanziellen Möglichkeiten, sich schnell einem verändernden Markt anzupassen, so wie die “Rügenwalder Mühle” mit ihren vegetarischen Wurstprodukten. Schwer tut sich hier eher der Mittelstand, der jedoch die eigentliche Stütze unserer Wirtschaft ist. Dabei sind es gerade die Familienunternehmen, die, ohnehin stark werteorientiert, am ehesten dazu in der Lage wären, umzudenken und sich umzustellen.
Das Instrumentarium ist vertraut: Im Marketing-Mix stehen uns die 7 Ps zur Verfügung, bei denen lediglich geprüft werden muss, wie sie zukünftig „besser“ einzusetzen sind. Hier - platzbedingt - nur ein paar Beispiele:

Product
Die Wegwerf-Mentalität ist vorbei und Recycling alleine reicht nicht mehr aus, wenn es sich dabei um ein Downcycling, also eine Verschlechterung des Produktwertes handelt (der Turnschuh, der geschreddert wird, um daraus einen Bodenbelag zu schaffen). Gefordert werden Möglichkeiten der Wiederverwertung, des Upcyclings, so wie es die Smoothie-Marke „True Fruits“ umgesetzt hat, die Sieb- und Ausgieß-Aufsetzer für ihre Glasflaschen anbieten und der passionierte Smoothie-Trinker so die Flaschen als schöne Gewürz- oder Ölbehältnisse weiter nutzen kann. Mehr hierzu:https://greenmakketing.wordpress.com/2015/02/18/the-only-way-is-up/

Price
Neue Preismodelle spiegeln das veränderte Kundenbewusstsein, da zunehmend erkannt wird, dass Konsum weder strategisch noch nachhaltig sein kann, sondern dass die einzige Möglichkeit, halbwegs angemessen auf diese veränderte und bedrohliche Situation zu reagieren, der Konsumverzicht ist. Leasingmodelle für Spielzeuge oder Jeans befriedigen das Bedürfnis, Dinge nicht mehr besitzen zu müssen, sondern nur noch für deren Nutzung zu zahlen. Mehr hierzu: https://greenmakketing.wordpress.com/2013/07/24/ausleihen-statt-kaufen-jeans-leasing/

Promotion
Wie sehr verschmutzt unsere Kommunikation unsere Umwelt? Das meint nicht nur den Papiermüll, der durch fallengelassene Flyer entsteht, sondern zunehmend auch die Belästigung der Menschen im öffentlichen Raum durch Plakate, Blow-Ups und anderen Werbeformen, die jeden Zentimeter unserer Umgebung zupflastern. Es regt sich Widerstand, nicht nur in Grenoble, wo sämtliche Außenwerbeträger auf Wunsch der Bürger abgebaut wurden, um den Blick auf die Schönheit der Stadt wieder freizugeben. Siehe auch: https://makkketing.wordpress.com/2015/04/23/der-werbehobel-von-grenoble/ Aber auch die Frage nach der Kommunikation der eigenen Nachhaltigkeitsinitiativen muss überdacht werden: Welchen Wert haben heute noch CSR-Berichte? Wie kann digitale Kommunikation eingesetzt werden, um authentischer, transparenter und glaubwürdiger über Nachhaltigkeit zu berichten?

Wie gesagt, nur eine kleine Auswahl an Themen, die jedoch hoffentlich aufzeigt, dass Unternehmen wie Marketing-Agenturen dringend beginnen müssen, Marketing neu zu denken, grün zu denken.

Eine akustische Einleitung ins Thema (für die Lesefaulen)  kann hier nachgehört werden:

 



Green MarketingMarcus Bartelt
Marketing-Berater, -Blogger und –Dozent hat 2014 das Buch „Green Marketing – eine Einführung“ veröffentlicht und setzt sich mit diesem Thema auf vielen Vorträgen, Seminaren und Workshops immer wieder auseinander.
Als Marketing-Experten ist er seit 5 Jahren regelmäßig auf radioeins zu hören – mehr auf www.makketing.de.

 

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